
Diskussionsrunde und fachlicher Austausch im Rahmen des RiFFER-EU-Projekts
Hochwasserschutz gemeinsam weiterdenken: Im Rahmen des RiFFER-EU-Projekts fand ein intensiver fachlicher Austausch mit ukrainischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie weiteren Projektpartnern statt. Im Mittelpunkt standen die Modernisierung hydrometeorologischer Messnetze, die Nutzung von Messdaten für die Hochwasservorhersage und die Frage, wie bestehende Erfahrungen für zukünftige Anforderungen genutzt werden können.
Hochwasserschutz gemeinsam weiterdenken: Im Rahmen des RiFFER-EU-Projekts fand ein intensiver fachlicher Austausch mit ukrainischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie weiteren Projektpartnern statt. Im Mittelpunkt standen die Modernisierung hydrometeorologischer Messnetze, die Nutzung von Messdaten für die Hochwasservorhersage und die Frage, wie bestehende Erfahrungen für zukünftige Anforderungen genutzt werden können.
An dem Workshop nahmen Fachleute der HST Systemtechnik GmbH & Co. KG, der Hochschule Hof, der Hochschule Magdeburg-Stendal sowie eine ukrainische Delegation der Taras Shevchenko National University of Kyiv, des State Emergency Service of Ukraine und des Ukrainian Hydrometeorological Institute of the State Emergency Service of Ukraine and National Academy of Sciences of Ukraine (UHMI) teil.
Neben technischen und organisatorischen Herausforderungen bei der Modernisierung großer operationeller Messnetze wurden insbesondere die Analyse und Bewertung hydrometeorologischer Daten diskutiert. Dabei spielte auch die Perspektive derjenigen eine wichtige Rolle, die diese Daten später in der Praxis für Prognosen und Entscheidungen im Katastrophenschutz nutzen.
Die Projektpartner arbeiten gemeinsam an der wissenschaftlichen Weiterentwicklung einer risikobasierten Hochwasservorhersage. Ziel ist es, Entscheidungen im Katastrophenschutz auf eine zuverlässige und hochverfügbare Datengrundlage zu stellen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf hydrometeorologischen Messnetzen und insbesondere auf dem Aufbau und der Weiterentwicklung eines flächendeckenden Niederschlagsmessnetzes in der Ukraine.
Das hydrometeorologische Messnetz in Nordrhein-Westfalen umfasst derzeit rund 300 Messstellen. In den vergangenen Jahren wurde es umfassend modernisiert und um zusätzliche Niederschlagsmessungen erweitert. Von 2021 bis 2025 wurde an den Messstellen investiert, gebaut und digitalisiert. Die Hochschule Hof begleitete diesen Prozess mit Analysen und Bewertungen. Durch den modularen Aufbau ist das modernisierte Messnetz langfristig angelegt und kann kontinuierlich an neue Anforderungen angepasst werden.
Während des Workshops besichtigten die Teilnehmenden zunächst eine vollständig modernisierte Standard-Niederschlagsmessstation im operationellen Betrieb. Anschließend führte der Besuch zur Groß-Lysimeter-Anlage in Neuenkirchen-St. Arnold. Auf drei jeweils 400 Quadratmeter großen Messflächen werden dort die Parameter des Wasserkreislaufs unter unterschiedlichen Landnutzungen standardisiert erfasst.
Die Anlage liefert seit mehr als 60 Jahren wertvolle Daten zum Wasserhaushalt und zum Klima. Derzeit wird auch sie modernisiert, damit langfristig hochwertige Messdaten zur Verfügung stehen – unter anderem als wichtige Grundlage für die Hochwasservorhersage.
Der Austausch war offen, fachlich ausgesprochen informativ und zugleich von großer gegenseitiger Wertschätzung geprägt. Jana Schneider, Simon Middel und Joschua Quay stellten das Messnetz und die damit verbundenen Arbeiten ausführlich vor. Besonders eindrucksvoll war zudem der Austausch mit den ukrainischen Partnerinnen und Partnern, die unter schwierigen Bedingungen an der Weiterentwicklung ihrer hydrometeorologischen Infrastruktur und an Lösungen für die Zukunft arbeiten.
Allen Beteiligten gilt ein herzlicher Dank für den intensiven Austausch, die wertvollen Einblicke und die konstruktiven Gespräche.